Die Zukunft bleibt eine Herausforderung

Bei den letzten Wahlen wurde Ammann Dieter Martin in seinem Amt knapp nicht bestätigt. Nun kandidiert auch Gemeinderat Linus Egger.

Dieter Martin, FDP und Linus Egger, CVP
Dieter Martin, FDP und Linus Egger, CVP (Bilder: zVg)

von
Peter Graf

18. Oktober 2017
10:25

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Der seit vier Jahren im Amt stehende Obersiggenthaler Gemeindeammann, Dieter Martin, FDP, wurde bei den Gesamterneuerungswahlen mit 1121 Stimmen als Gemeinderat bestätigt. Die Wiederwahl als Gemeindeammann hat der 64-Jährige nur knapp verpasst. Dieter Martin gehörte während zwölf Jahren dem Einwohnerrat an, den er 2004 und 2005 präsidierte. Der FDP-Fraktion stand er während sechs Jahren als Präsident vor. Bevor er als Gemeindeammann die Nachfolge von Max Läng, CVP, antrat, präsidierte er zudem während vier Jahren die FDP Obersiggenthal. Vor seiner hauptberuflichen politischen Tätigkeit war er während 23 Jahren in leitenden Funktionen mit Personalverantwortung in Industrie und Verwaltung. Der verheiratete Betriebs-Ingenieur und Vater von vier Kindern wohnt seit 1978 in Obersiggenthal und nimmt für sich in Anspruch, nach 16 Jahren Kommunalpolitik die Aufgaben und Herausforderungen der Gemeinde gut zu kennen. Der Spardruck der vergangenen vier Jahre hat die Amtsführung nicht einfach gemacht. Dieter Martin war es gelungen, die Schulraumplanung voranzubringen und auch das Gespräch mit den Entwicklungsträgern der grossen Baufelder Oederlin und Markthof trotz Zielkonflikten mit der Gemeinde in Gang zu halten. Initiiert wurde durch ihn auch der Widerstand der Siggenthaler Gemeinden gegen Mehrverkehr durch Obersiggenthal im Zusammenhang mit OASE (Martinsbergtunnel). Das gute Einvernehmen mit den Verwaltungsmitarbeitenden gründet auf Respekt, Anstand und Vertrauen. Dieter Martin möchte auf dem während der laufenden Legislatur erarbeiteten Wissen die Arbeit als Gemeindeammann weiterführen.


Erfahrung und Fachwissen

Vor seiner Wahl in den Gemeinderat, dem Linus Egger seit 2014 angehört, sass er acht Jahre für die CVP im Einwohnerrat, wovon vier Jahre als Fraktionspräsident. Dass die Finanzen seine Stärke sind, hat er als Präsident der Finanzkommission bewiesen. Der 69-jährige war während 30 Jahren in der Finanzbranche und vor seiner Pensionierung als Finanzcontroller in einem internationalen Konzern tätig. Mit grossem Engagement betreut er seit Beginn der Amtsperiode das Ressort Finanzen, Bildung und Einbürgerungen. Egger verfügt demzufolge über mehrjährige Erfahrung und Fachwissen in seinem Ressort. Er kennt die Zusammenhänge und gewährleistet dadurch Verlässlichkeit und Kontinuität im Gemeinderat. In Anbetracht der gegenwärtig schwierigen finanziellen Situation der Gemeinde kann diese Qualität nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit 1403 Stimmen lag er 481 Stimmen über dem absoluten Mehr, was dem zweitbesten Resultat entspricht. Obwohl er nicht als Ammann kandidierte, konnte er für dieses Amt 173 Stimmen auf sich vereinen. Nun hat Linus Egger Lust auf mehr. Dem erfahrenen Politiker wird eine analytische und strukturierte Arbeitsweise attestiert. Seine Kompetenz wird auch in der Verwaltung geschätzt und innerhalb der Bevölkerung geniesst er Anerkennung und Vertrauen. Dies veranlasst die CVP, ihn für das Gemeindeammannamt vorzuschlagen.


Geschäftsleitung als Alternative

Im April 2016 wurde durch Erich Schmid, CVP, ein Postulat eingereicht, in dem der Gemeinderat aufgefordert wurde, die Einführung einer Geschäftsleitung zu prüfen, um den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen an eine effiziente und effektive Verwaltung besser Rechnung tragen zu können und den Gemeinderat von operativen Geschäften zu entlasten, um sich so vermehrt strategischen Aufgaben widmen zu können. Mit der Verlagerung operativer Aufgaben auf die Verwaltung ginge eine entsprechende Pensenerhöhung einher. Im Gegenzug könnte das Pensum des Gemeindeammannes reduziert werden. Ein erster Vorschlag des Gemeinderates wurde durch den Einwohnerrat zurückgewiesen. 

Für allfällige Gemeindeammann-Kandidaten ist zur Zeit völlig unklar, wie das künftige Pensum nach der Einführung eines neuen Gemeindeführungsmodells aussehen wird. Dementsprechend haben sich nur pensionierte Mitbewerber für die aktuellen Wahlgängen gemeldet. Die Evaluation eines neuen Gemeindeführungsmodells soll gemäss den Vorgaben des Einwohnerrates baldmöglichst erfolgen und könnte somit per Mitte der neuen Legislatur eingeführt werden. 

Der Gemeindeammann ist bei diesem Findungsprozess gleichzeitig Moderator und Betroffener, dies verunmöglicht eine neutrale Position. Damit Dieter Martin mit seiner Erfahrung als Gemeindeammann diese Diskussion, bei der es auch um das künftige Pensum des Obersiggenthaler Ammanns geht, unbelastet und ohne eigene Interessen zu verfolgen, leiten kann, würde er mit der Schaffung eines neuen Führungsmodells zurücktreten und wenn immer möglich einer jüngeren Kraft das Ruder übergeben. Nur auf diese Weise kann dieser Prozess neutral gestaltet und für den Einwohnerrat vorbereitet werden. Die FDP Obersiggenthal unterstützt dieses Vorgehen.

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