Tanzen ist Leben!

340 Schülerinnen und Schüler der Kanti Wettingen machen es vor: Tanzen ist Leben. Bereits zum 13. Mal wurde die Tanz- und Bewegungsshow «Let’s Move» inspirierte ausgetragen.

«Let's Move» – eine ganze Schule im Bewegungs-Fieber
«Let's Move» – eine ganze Schule im Bewegungs-Fieber (Bilder: zVg/Simone Zuberbühler)

von
Isabel Steiner Peterhans

30. Januar 2018
18:50

Seit vergangenem Herbst waren im Sportunterricht Tanzmoves, Schritte üben, Taktgefühl finden und Bewegungsabläufe einprägen angesagt. Die engagierten Teilnehmenden waren mit den Vorbereitungsproben beschäftigt für den schon (fast) legendärsten Schuljahreshöhepunkt. Übersetzt heisst das so viel wie, der «Let’s Move»-Virus ist ausgebrochen. Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine ansteckende Angelegenheit, eine Sache aber, die durchwegs nur positive Nebenwirkungen aufweist. So pilgerten denn etliche ehemalige Kantiabgänger freiwillig zurück an ihre Schule, scharenweise, um sich die Gelegenheit einer bombastischen Tanzshow nicht entgehen zu lassen.


«Mich hauts schier vom Stuhl!»

Die drei Vorstellungsabende waren jeweils restlos ausverkauft. Luftakrobatik, Kunstrad, Funky Hip-Hop, Salsa, Rock ’n’ Roll, Streetdance, Jazz, Modern, Ballett, Jumpstyle, Brasilian Afro, Jive, Stilmix mit Stäben, Shuffle oder gar ein Dancemob. So könnte man die beeindruckende zweistündige «Let’s Move»-Show mit den 21 Programmeinheiten auch zusammenfassen. Aber das würde dem Anlass kaum gerecht werden. Da passen schon eher Attribute wie eine geballte Ladung Power, Enthusiasmus, gespickt mit kühnen und imposanten Bewegungseinlagen. «Mich hauts schier vom Stuhl», witzelt eine Grossmutter, die im Publikum sitzt und natürlich (fast) nur Augen für ihre teilnehmende Enkelin hat. «Was diese Schüler da abliefern, ist ja einmalig», ergänzt sie später und scheint sich kaum mehr einzurenken vor lauter Begeisterung. 

Die Freude steht im Mittelpunkt

«Wir haben keinen Anspruch auf Perfektion. Wichtig ist uns, dass ganze Schulklassen motiviert mit­machen und es nicht nur eine Auswahl der Besten ist», bestätigt Sportlehrer Rico Hirschbühl. Mit dem Grossevent «Let’s Move» möchte die Fachschaft Sport das Tanzpotenzial der Schülerinnen und Schüler auf die Bühne bringen. Tosenden Applaus heimsten sich denn auch die Sportlehrpersonen gleich selber ein mit ihrer Showeinlage «Streetdance und mehr» unter der Regie von Mario Jacky und Anouk Honarchian. Bevor die Menschen überhaupt schreiben konnten, tanzten sie. Tanzen ist in erster Linie Bewegung und sich zu bewegen, ist mitunter in der heutigen Gesellschaft sicher nicht unangebracht.

Beim Tanzen werden nebenbei auch noch Koordination, Rhythmusgefühl und Schnelligkeit unbewusst miteingebaut, was für die Hirnentwicklung nur förderlich ist. Laut vielversprechenden Studien ist das gemeinsame Tanzen eine relativ komplexe Angelegenheit, welche Motorik, Aufmerksamkeit, Langzeitgedächtnis und Kurzzeitgedächtnis beansprucht. «Meine Energie zum Tanzen ist unerschöpflich», keucht eine ziemlich ausser Atem gelangte Kantischülerin kurz nach ihrem Auftritt. «Tanzen ist meine Art von Kommunikation, ich spreche mit dem Körper. Let’s Move, eben.» Der Event hat Tradition, und ein Ende ist zum Glück nicht in Sicht!


Let’s Move-History

Der erste «Let’s Move»-Anlass fand im Jahr 1992 statt und 1993 gleich noch einmal. Von da an wurde im Zwei-Jahres-Takt verfahren. Das diesjährige «Let’s move» findet ausnahmsweise nach drei Jahren statt. Mit der aktuellen Durchführung wird ein neuer Teilnehmerrekord gebrochen. 340 Schülerinnen und Schüler sind an dem Event mit dabei, und als Unterthema wurde «Nah und fern» gewählt. Die Anlasskosten werden mit den Einnahmen aus dem Ticketverkauf gedeckt.

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