Stattliches Plus statt Minus

Die Rechnung 2017 der Einwohnergemeinde Windisch ist um 3,645 Millionen Franken besser ausgefallen als budgetiert.

Heidi Ammon und Marco Wächter, der per Ende April vom Finanzverwalter zum Verwaltungsleiter avanciert, präsentieren die positive Rechnung 2017
Heidi Ammon und Marco Wächter, der per Ende April vom Finanzverwalter zum Verwaltungsleiter avanciert, präsentieren die positive Rechnung 2017 (Bild: mw)

von
Max Weyermann

10. April 2018
11:05

Mit den Worten: «Wir blicken auf ein höchst erfreuliches Jahr zurück, das der Gemeinderat mit Genugtuung zur Kenntnis genommen hat», hiess Gemeindepräsidentin Heidi Ammon die Medienvertreter anlässlich der diesjährigen Bilanzpressekonferenz willkommen. Konkret: Im Rechnungsjahr 2017 resultierte ein Gewinn von 2,767 Millionen Franken. Der betriebliche Ertrag von 31,344 Millionen minus der betriebliche Aufwand von 28,896 Millionen Franken sowie der zum Zwischenergebnis addierte Finanzerfolg von 318'641 Franken haben zu diesem Aktivsaldo geführt. Gerechnet hatte man mit einem Passivsaldo von 878'710 Franken, sodass gegenüber dem Budget ein Mehrertrag von 3,645 Millionen Franken resultierte.

Der Hauptgrund für die positive Abweichung liegt bei den Einkommens- und Vermögenssteuern, die deutlich über Budget ausfielen. Dazu beigetragen haben verschiedene Faktoren, so insbesondere der ungebrochene Bevölkerungszuwachs mit oftmals sehr gut situierten Neuzuzügern. Die Einwohnerzahl der Gemeinde Windisch ist in den letzten vier Jahren um rund 1000 auf 7700 Personen gestiegen. Zudem konnten im Bereich Sozialhilfe höhere Rückerstattungen (Kantonsbeiträge, IV-Rückvergütungen) vereinnahmt werden. 

Die Rechnung 2017 weist eine Selbstfinanzierung von 4,6 Millionen Franken aus. Bei Nettoinvestitionen von 2,9 Millionen Franken ergibt sich ein Selbstfinanzierungsgrad von 162 Prozent. Dank des Finanzierungsüberschusses aus der Erfolgs- und Investitionsrechnung nahmen die Schulden gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Millionen auf 11,9 Millionen Franken ab, was 1550 Franken pro Einwohner entspricht. Mit diesem gegenüber 2016 wesentlich tieferen Stand hat sich Windisch weiter in Richtung des kantonalen Mittels verbessert. Auch für 2018 gestaltet sich die Budgetierung nicht einfach, ist doch wie schon 2017 mit unvorhersehbaren Schwankungen bei den Einnahmen und Ausgaben zu rechnen. Positiv wird sich jedoch auswirken, dass die Gemeinde neu wieder Finanzausgleich erhalten soll. In naher Zukunft stehen sodann namhafte Investitionen in die Schule und weitere Bereiche bevor, sodass die in den letzten vier Jahren registrierte Aufwärtsentwicklung von Nutzen sein wird. Wie zu erfahren war, plant der Gemeinderat, im kommenden Juni im Rahmen eines Workshops seine Finanzstrategie für die nächsten zehn Jahre zu präsentieren. Dazu gehört auch eine Analyse zum möglichen weiteren Vorgehen in Sachen Zukunft des Bossarthauses. Laut Heidi Ammon ist das Verkaufsvorhaben aktuell sistiert.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Kommentar erstellen

Der Schatz aus dem Sekretär

Weshalb hat das Dufourhaus in Brugg einen orientalischen Einschlag? Man erfährt... Weiterlesen

Abschied von der «Rotzhütte»

Viele Jahre haben Anne F. Staehelin und Samuel Ernst am Bruggerberg gelebt und... Weiterlesen

region

«Viele Nebenaugen waren unser Glück»

Die späten Frostnächte Ende April 2017 hatten bei den Winzern für schlaflose... Weiterlesen 0 Kommentare

region

Winterdienst kann verbessert werden

Ab sofort wird ein John Deere-Traktor der neusten Generation für die... Weiterlesen 0 Kommentare

region

Spatenstich im Bäderquartier

Im Badener Bäderquartier, einem Begegnungsort mit bewegtem geschichtlichem... Weiterlesen 0 Kommentare