Realistische Visionäre

Die Plattform KMU Swiss für Schweizer Unternehmen und Führungskräfte lädt ihre Mitglieder immer wieder zu spannenden Podien ein.

Das Podium mit Moderatorin Tamara Sedmak, Hans Leutenegger, Marco Gianola, Robert Nussbaumer und  Oliver Furrer
Das Podium mit Moderatorin Tamara Sedmak, Hans Leutenegger, Marco Gianola, Robert Nussbaumer und Oliver Furrer (Bild: em)

von
Esther Meier

12. September 2017
17:15

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Im laufenden Jahr kann KMU SWISS ihr 15-Jahr-Jubiläum feiern. Ganz im Sinne des Keynote Speakers oder Grundsatzreferenten Robert Nussbaumer ging es bei diesem Thema, das am vergangenen Donnerstag im Campussaal beleuchtet wurde, um einfache Antworten: Durchhaltevermögen, Begeisterung für seine Tätigkeit und ein gutes Stück Wagemut.


Traction

«Zugkraft» lautet die Übersetzung dieses Begriffs, doch geht es dabei vor allem um einen quantitativen Beleg für die Kundennachfrage. Hagen Worch und Bora Altuncevahir, beide von der FFHS, der Fernfachhochschule Schweiz, wiesen darauf hin, wie wichtig Traction gerade für Jungunternehmen ist. Es geht darum, ein Produkt bereits zu einem frühen Zeitpunkt gemeinsam mit potenziellen Kunden zu entwickeln, um wertvolle Zeit einzusparen. Dank einem kurzen Fragebogen zu dieser Thematik entwickelten sich spannende Diskussionen mit dem Publikum. Offensichtlich gewinnt die Umsetzung von Traction Anhänger. 


Grenzen im Kopf

Armin Baumann, Geschäftsführer von ABA Management und Gründer von KMU Swiss, fuhr mit einem Trivanti-Elektro-Trottinett vor. Er freute sich, wiederum dank zahlreichen Sponsoren 35 Aussteller zu begrüssen. Mit ihnen konnten sich die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer – immerhin machte der Frauenanteil 20 Prozent aus – über ihre Produkte oder Dienstleistungen unterhalten. Er führte auch einen Film vor, den er ausschliesslich mit dem Handy aufgenommen, bearbeitet und geschnitten hatte. «Die Zeit des Standbilds ist vorbei», meinte er dazu. Der Unternehmer, Buchautor und Mentaltrainer Robert Nussbaumer sprach von den Grenzen, die der Mensch im Kopf trägt. Damit steht er sich selber im Weg. Als grosses Beispiel nennt er Elon Musk, den Teslahersteller, der diese Grenzen überwindet. Das wichtige Durchhaltegen besitzt eigentlich jeder Mensch, sonst würde kein Kleinkind gehen lernen. Vor allem braucht es Motivation für ein Vorhaben und Entschlussfreude.


Realistische Visionäre

Roland Brack begann seine Karriere im Estrich seiner Eltern in Bözen. Nach seinem Studium an der FHNW in Brugg-Windisch gründete er bereits 1996 in Mägenwil seine Firma brack.ch. Er belieferte gleichermas­sen Privatkunden und Fachhändler, zuerst mit PC-Bestandteilen. Doch das Angebot wurde laufend erweitert. Inzwischen besteht die Competec AG aus drei Handelsunternehmen, einem Logistikcenter sowie einem Servicecenter. Mit rund 530 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen im Jahr mehr als 600 Millionen Franken Umsatz. Brack.ch wurde als Online-Unternehmen geschaffen, nicht nachträglich auch noch auf das Internet ausgeweitet. Roland Brack realisierte stets, was er für gut befand, auch wenn alle abrieten. Rasch sein ist heute sehr wichtig, die schnellen Fische fressen die langsamen, meinte der bescheiden auftretende Unternehmer. Da sich das Kundenverhalten immer rascher ändert, muss man sich laufend anpassen. In einem anderen Bereich zeichnet sich Oliver Furrer aus. Er begann seine Laufbahn mit einem fliegerischen Vorkurs beim Militär. Doch Fallschirmspringen genügte ihm bald nicht mehr, er wollte wirklich frei fliegen können. Dies erreichte Furrer schliesslich nach verschiedenen Zwischenschritten und Auszeichnungen mit Freefly, dem Flug im ausgeklügelten Jumpsuits. Seine Vision führt stets nahe am Abgrund vorbei, im praktischen wie im übertragenen Sinn. Wenn bei seinen Sprüngen oder besser Flügen etwas nicht stimmt, kann dies mit einem Todessturz enden. Inzwischen arbeitet Furrer zudem als Chief Commerce Officer CCO für die Schweizer Fluggesellschaft Sky Work in Bern. Seine Flüge zeichnet er gerne mit Kopfkameras oder mit Drohnen auf.


Podium

Moderatorin Tamara Sedmak bat Hans Leutenegger auf die Bühne, den bekannten Unternehmer und ehemaligen Bobfahrer. Er gründete bereits mit 25 Jahren seine Firma in Genf. Bis heute vermittelt sie festangestellte Monteure und weitere Fachleute an die Industrie, speziell im Bereich Chemie und Technik. Seine Biografie wurde unter dem Titel «Ein bisschen Glück war auch dabei» veröffentlicht. Zu seinen Rezepten gehört es, mit den Mitmenschen nett zu sein. In Genf lernte er auch, wie wichtig es sein kann, Komplimente zu machen. Dass auch das Glück nicht fehlen darf, bestätigte «Hausi». Marco Gianola, ehemaliger Eishockeyspieler für HC Davos und heutiger Leiter dieses Sportvereins sowie Leiter des Spengler Cups, gesellte sich zum Podium, an dem auch die Referenten Nussbaumer und Furrer teilnahmen. Sie waren sich alle einig, dass ohne Herzblut keine Visionen zu realisieren seien. Die Meinungen gingen bei Bankkrediten und Beratern etwas auseinander. Doch zu viel auf andere hören kann ungute Folgen haben. Die vier M – Man muss Menschen mögen – haben ebenfalls mit unternehmerischem Erfolg zu tun. Es ist bestimmt sinnvoll, sich nur auf eine Sache auf einmal zu konzentrieren. Frauen seien im Geschäftsleben pünktlicher, genauer und achteten auch eher liebevoll auf Details. Die Frage aus dem Publikum, wie man Junge zu einem Traum animieren kann, beantwortete Leutenegger so: «Jeder Mensch träumt von etwas.» Es fragt sich wohl nur, ob der jeweilige Traum dem Unternehmen weiterhilft.

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