Mit Feuereifer dabei

Kari Giedemann aus Mülligen ist seit 40 Jahren in der Feuerwehr aktiv – ein seltenes Jubiläum, für das er gebührend gefeiert wurde.

Kari Giedemann mit seinem Geschenk zum 40-Jahr-Dienstjubiläum
Kari Giedemann mit seinem Geschenk zum 40-Jahr-Dienstjubiläum (Bild: cla)

von
Claudia Laube

04. Dezember 2017
07:00

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Was hat ein Feuerwehrmann, der seit 40 Jahren im Dienst ist, schon alles erlebt? Menschen aus lodernden Flammen gerettet, mit Wasser überfüllte Keller ausgepumpt, bei Unfällen die Strassen gesichert? Was waren die eindrücklichsten Erlebnisse, an die sich Kari Giedemann erinnert? Da muss er länger überlegen. Es sind nämlich nicht die Einsätze, die ihn so lange bei der Feuerwehr aktiv hielten. Ihm gefielen nach getaner Arbeit auch «das gesellige Beisammensein und der Zusammenhalt untereinander».

Natürlich erinnert er sich an bestimmte Ereignisse: «Dreimal brannte es im gleichen Haus, gar fünfmal in derselben Überbauung. Das war schon sehr ungewöhnlich.» Glücklicherweise musste er nie erleben, dass Menschen Schaden nahmen. Erinnerungswürdige Ereignisse sind für ihn die Feuerwehrreisen oder die Regionaltage, Plauschtage mit vielen Spielen und viel Nass. Der leidenschaftliche Ducati-Fahrer geniesst auch die Ausflüge mit dem Feuerwehrverein, bestehend aus Ehemaligen und Aktiven, der jedes Jahr an Pfingsten auf Töff-Tour geht.

Dass er seit 40 Jahren in Feuerwehren mitwirkt, überrascht ihn selbst: «Ehrlich gesagt wusste ich das gar nicht, bis zu dem Moment, als mir es mitgeteilt wurde», sagt er lachend. «Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange dabeibleiben würde.» Aufzuhören sei hin und wieder Thema gewesen: «Nur kam immer etwas dazwischen: Entweder wurde ich zum Gefreiten befördert oder es gab neue Kleidung, da konnte ich nicht einfach aufhören!»


Von Wettingen nach Mülligen

1977, mit 23 Jahren, begann er seine Feuerwehr-Laufbahn in Wettingen: «Ein Freund fand, es sei eine glatte Sache, und nahm mich mit.» Kari Giedemann genoss es, Menschen aus dem Dorf zu treffen, mit denen er ansonsten eher nicht so eng in Kontakt gekommen wäre: «Da waren wirklich viele interessante Leute. Ich empfand die Vernetzung und den Zusammenhalt immer als sehr wertvoll.» 

1986 zog er mit seiner Familie nach Mülligen. Nicht lange, und der Kommandant der hiesigen Feuerwehr kam auf ihn zu, um ihn auch für ein Mitwirken in Mülligen zu begeistern. Der Zusammenschluss mit der Feuerwehr Birmenstorf kam einige Jahre später – 2004. Es war die erste Fusion unter Feuerwehren im Aargau über die Bezirksgrenze hinaus. Beide Gemeinden versprachen sich tiefere Kosten und höhere Sicherheit, um auch während der Arbeitszeit über ausreichend Feuerwehrleute zu verfügen.

Inzwischen steht eine Aufspaltung der Feuerwehr im Raum. Birmenstorf liebäugelte mit der Feuerwehr Baden, Mülligen mit derjenigen aus dem Eigenamt. In Birmenstorf sei das aber nun vom Tisch, sagt Michael Würsch, Kommandant der Feuerwehr Birmens­torf-Mülligen: «Für uns bleibt alles beim Alten. Die Kosten sind jetzt schon niedrig. Der Gemeinderat Birmenstorf wird deshalb keinen Antrag an die Gemeindeversammlung auf Auflösung der gemeinsamen Feuerwehr stellen.» In Mülligen hingegen könnte es an der Gemeindeversammlung im Sommer 2018 Thema werden. Kari Giedemann findet das unnötig. Es ist ihm ein Anliegen, die Menschen in Mülligen dafür zu sensibilisieren, dass nicht nur er, sondern auch die meisten Mitwirkenden in der Feuerwehr Mülligen den Status quo gerne beibehalten möchten. 


Bald ist Schluss

Ob es einen erneuten Zusammenschluss mit einer anderen Feuerwehr geben wird oder nicht, eines ist für Kari Giedemann klar: «Nächstes Jahr ist endgültig Schluss! Sonst wirds langsam peinlich», findet der langjährige Feuerwehrmann aus Mülligen und lacht verschmitzt. 2018 wird die Hauptübung der beiden Feuerwehren in Mülligen sein: «Das ist der richtige Zeitpunkt, einen Abgang zu machen», sagt Kari salopp. Danach möchte er den verdienten Abschied in den Räumlichkeiten seiner Carrosserie feiern. 

Nach den Übungen folge nämlich immer das gesellige Beisammensein – erst mit einem offiziellen Teil, wie vor drei Wochen, als er für sein 40-Jahr-Dienstjubiläum geehrt wurde und sein Geschenk, einen Holzständer mit dem Aufdruck
«40 Jahre», entgegennehmen durfte. Danach folge der inoffizielle Teil, erklärt Kari Giedemann spitzbübisch. Und das sei der Teil, der ihm schon immer am besten gefallen habe: Dann gibts Speck und Bier.

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