Marie-Louise Nussbaumer verabschiedet

Trotz genehmigter Steuerfusserhöhung ist Obersiggenthal künftig nicht auf Rosen gebettet. Entscheidender Faktor ist das Hallen- und Gartenbad.

Gemeindeammann Dieter Martin, Gemeinderätin Marie-Louise Nussbaumer, die abtretende Einwohnerratspräsidentin Ursula Haag sowie Christian Keller, Einwohnerratspräsident für die kommenden zwei Jahre
Gemeindeammann Dieter Martin, Gemeinderätin Marie-Louise Nussbaumer, die abtretende Einwohnerratspräsidentin Ursula Haag sowie Christian Keller, Einwohnerratspräsident für die kommenden zwei Jahre (Bild: pg)

von
Peter Graf

06. Dezember 2017
08:00

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Wie anderorts ist auch das Hallen- und Gartenbad Obersiggenthal defizitär und erreichte 2014 mit 500'000 Franken eine Rekordhöhe. Dies veranlasste Peter Marten, FDP, ein Postulat einzureichen, welches im Dezember 2016 überwiesen wurde. Darin wird der Gemeinderat aufgefordert aufzuzeigen, ob und wie die Kosten reduziert werden können. Es ist erwiesen, dass rund 40 Prozent der Badegäste aus den Anrainergemeinden die Anlage nutzen. Bis ins Jahr 2010 wird das Defizit mit über 3,4 Millionen Franken beziffert. Vor diesem Hintergrund möchte man festhalten, dass sich dadurch auch Obersiggenthal mit rund 2 Millionen Franken an der Attraktivität und damit zum Wohle der Bevölkerung der Region beteiligt. Marten ist überzeugt, dass sich Attraktivitätssteigerungen nicht rechnen. Nach eingehender Diskussion wurde das Postulat mit 19 Ja zu 18 Nein abgeschrieben.


Klares Ja zum Vorprojekt

Um das in die Jahre gekommene Hallen- und Gartenbad, in dessen Werterhalt seit 1983 schon viel Geld geflossen ist, grundlegend zu sanieren, bedarf es grosser Anstrengungen und erheblicher finanzieller Mittel. Ressortvorsteherin Franziska Grab hat dem Einwohnerrat klar aufgezeigt, welchen Weg man, auch unter Einbezug der Bevölkerung, beschreiten möchte. Um dies zu erreichen, hat der Einwohnerrat mit 30 Ja zu 6 Nein und einer Enthaltung einem Kredit von 175'000 Franken zur Ausarbeitung eines Vorprojektes für Sanierung und Werterhalt zugestimmt. Die Sanierungspläne sollen nebst verschiedenen Varianten, Strategien und Massnahmen auch die zu erwartenden Kosten aufzeigen. Klar ist, dass auch ein allfälliger Rückbau zu hohen Kosten führt. Das Stimmvolk soll in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.


Im zweiten Anlauf gescheitert

Mit Erstaunen hatten die Ratsmitglieder Bericht und Antrag für den Neubau des Entsorgungsplatzes auf dem Areal des Technischen Zentrums Gässliacker zur Kenntnis genommen. Erstaunt deshalb, war doch die Vorlage bereits im Juni mit praktisch gleichlautendem Inhalt, gleichem Entsorgungsangebot, jedoch um 4200 Franken tieferen Kosten unterbreitet worden. Eingebracht wurde der Wunsch, an gleicher Stelle auch Karton, Papier und Batterien entsorgen zu können. Eugen Frunz, SVP, wies auch darauf hin, dass geprüft werden müsse, ob der Vertrag mit dem Entsorger auch die Wartungsarbeiten an den Unterflurcontainern beinhalte. Mit 27 Nein schickte der Rat die Vorlage zurück auf Feld eins.


Pumpversuch im Aesch

Der Ablauf der Konzessionen im Jahr 2020 führt dazu, dass zahlreiche Grundwasserpumpwerke der Region ausser Betrieb genommen werden müssen. Begründet wird dies dadurch, dass die Ausscheidung von gesetzes-konformen Schutzzonen in überbauten Gebieten, so auch in Baden, nicht mehr möglich ist. Dieses Problem besteht beim Grundwasserpumpwerk Aesch nicht, da es im Landwirtschaftsgebiet liegt.

Obwohl der beantragte Verpflichtungskredit von 210'600 Franken, an welchem sich der Kanton mit 50'000 Franken beteiligt, der Spezialfinanzierung Wasserversorgung angelastet wird, hatte Vizeammann Franziska Grab einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, um den Rat von der Notwendigkeit zu überzeugen. Dem Kredit für den geplanten Gross-Pumpversuchs während der Wintermonate wurde mit 22 Ja zu 13 Nein und 2 Enthaltungen zugestimmt.


Verabschiedungen und Ehrungen

Mit verdienten Dankesworten und der Überreichung von Blumen durch den Gemeindeammann sowie die SVP-Fraktion endete die Amtszeit der Ratspräsidentin Ursula Haag (SVP). Unter ihrer Leitung hatte der Rat zehnmal getagt. Nebst zahlreichen Geschäften wurden auch Kreditbegehren über 9,3 Mio. Franken beraten. Zurückgewiesen wurden dabei Anträge in der Höhe von 2,1 Mio. Franken. Ursula Haag, die sich stets gewissenhaft vorbereitet hatte, freut sich, in der kommenden Legislatur wieder an den Diskussionen teilnehmen zu dürfen. Neuer Ratspräsident wird Christian Keller (Grüne).

Marie-Louise Nussbaumer verabschiedet: Bereits im vergangenen Frühjahr hat Gemeinderätin Marie – Louise Nussbaumer (SP) ihren Rücktritt angekündigt. Sie wurde 2004 in den Gemeinderat gewählt und hat sich in der Folge in viele Dossiers eingearbeitet und über all die Jahre in zahlreichen Kommissionen mitgewirkt. In ihre Amtszeit fielen die Einführung der Blockzeiten und der Tagesstrukturen. Zu ihrem breitgefächerten Aufgabenbereich zählten unter anderem der Hochbau sowie Energie, Umwelt und Entsorgung. Als Zeichen des Dankes durfte sie aus den Händen von Gemeindeammann Dieter Martin ein Bild des Obersiggenthaler Künstlers Heinz Eith entgegennehmen. Marie-Louise Nussbaumer zeigte sich erleichtert, dass sie nun wieder mehr Zeit für die Familie und ihre eigenen Interessen hat. Als Nachfolgerin wurde Aline Schaich, SP, in den Gemeinderat gewählt.

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