Krippe verliert Bewilligung

Das Netzwerk «Pop e Poppa» aus Aubonne VD hat die Kinderkrippe von Marina Eller in Freienwil übernommen. In der Eintracht kann sie jedoch nicht bleiben.

Unbewohnt: Nur noch das Adventsfenster erinnert an die «Krippe im Dörfli
Unbewohnt: Nur noch das Adventsfenster erinnert an die «Krippe im Dörfli (Bild: is)

von
Ilona Scherer

11. Januar 2018
08:00

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Seit Weihnachten ist es in den Räumlichkeiten des ehemaligen Restaurants Eintracht dunkel. Die «Krippe im Dörfli» gibt es nicht mehr – das Schild wurde bereits letzte Woche entfernt. Die Krippe, erst Mitte August eröffnet, erlebte in den vergangenen Wochen viele Turbulenzen: Angestellte erhielten keinen Lohn, die Vermieter keine Miete, das Fachpersonal kündigte, Eltern nahmen ihre Kinder aus der Krippe. Die Gemeinde suchte das Gespräch mit Inhaberin Marina Eller, besuchte die Kita und forderte Dokumente an. Kurz vor Weihnachten wurde der Einrichtung schliesslich die provisorische Betriebsbewilligung per 31. Dezember entzogen. 


Retter aus der Romandie

Gleichzeitig stand Marina Eller bereits mit dem Netzwerk «Pop e Poppa» in Kontakt – allerdings ging es dabei eigentlich um ihre Krippe in Schneisingen. Doch dann häuften sich die Probleme in Freienwil, und «uns war klar: Wenn es nicht mehr läuft, muss man diese Krippe retten», erklärt Frédéric Baudin von «Pop e Poppa». Vor allem die Perspektive, im Frühjahr in den umgebauten Weissen Wind einzuziehen, gefiel den «Rettern» aus der Romandie: «Das Betriebskonzept ‹Kinder, Küche, Konzerte› finden wir sehr spannend.» Da die Kita auch den Saal mit der Bühne mitbenutzen werde, könnte eine Kitaleiterin passen, die gerne Theater spielt, so Baudin. 

Seine Organisation aus Aubonne VD verfügt über ein Netzwerk von insgesamt 37 Einrichtungen in der West- und Deutschschweiz, von Bern bis Zürich und auch im Aargau: In Holderbank führt «Pop e Poppa» seit 2009 erfolgreich die Kita der Lafarge-Holcim-Gruppe. Deren Leiterin Monica Moser ist seit Anfang Jahr nun auch für Freienwil zuständig. «Sie ist eine ausgewiesene Fachfrau mit langjähriger Erfahrung und betreut die Kita vorläufig in einem Pensum von 20 bis 30 Prozent», erklärt Frédéric Baudin.


Personal wird übernommen

Noch vor Weihnachten kaufte sein Verein das Inventar der Freienwiler Krippe «zum kostendeckenden Preis» von Marina Eller ab, übernahm die Betreuungsverträge sowie das übrig gebliebene Personal (eine Betreuerin, eine Praktikantin, eine Reinigungskraft) und informierte die Gemeinde Freienwil schriftlich über die neuen Besitzverhältnisse. Eller kündigte den Mietvertrag, und die bisherigen Vermieter der Eintracht – Gemeindeammann Robert Müller und seine Frau Gertrud – erklärten sich bereit, die Räumlichkeiten als Übergangslösung den neuen Betreibern zur Verfügung zu stellen. 


Bewilligung steht noch aus

Klar ist jedoch: Diese Übergangslösung benötigt eine neue provisorische Betriebsbewilligung. «Und solange diese nicht erteilt ist, darf in der Eintracht keine Kinderbetreuung stattfinden», bestätigt Gemeinderätin Rébecca Schneider. Da es zurzeit sowieso nur zwei Kinder täglich betrifft, hat sich eine Betreuerin bereit erklärt, diese vorläufig bei sich zu Hause zu betreuen. «Pop e Poppa» will so schnell wie möglich die nötigen Unterlagen bei der Gemeinde einreichen, um die Bewilligung zu erhalten. «Zudem sind wir daran, ausgebildetes Fachpersonal für Freienwil zu suchen», so Frédéric Baudin.

Im Frühling will die neue Krippe dann im Weissen Wind einziehen, wie es seit Langem geplant war. Ob es bereits bei der grossen Wiedereröffnung am 9. bis 11. März so weit ist, steht allerdings noch nicht fest. «Es könnte auch sein, dass wir erst im April soweit sind», sagt Baudin. 

Am 16. Januar um 17.30 Uhr findet für die Bevölkerung eine Informationsveranstaltung des Netzwerks «Pop e Poppa» in der Eintracht statt.

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