Campussaal – zum Wohl der Region

Am Sonntag stimmen die Brugger Stimmbürger dar­über ab, ob die Stadt jährlich maximal 352 000 Franken an den Campussaal zahlen soll.

Daniel Rohrer (Controlling Stadt Brugg), Martin Wehrli (Präsident CIAG), Willi Däpp (Stadtrat Brugg) und Riet Pfister (Geschäftsführer der CBAG)
Daniel Rohrer (Controlling Stadt Brugg), Martin Wehrli (Präsident CIAG), Willi Däpp (Stadtrat Brugg) und Riet Pfister (Geschäftsführer der CBAG) (Bild: em)

von
Esther Meier

17. Mai 2017
09:00

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Die beiden Aktiengesellschaften CBAG und CIAG erleichtern das Verständnis für die Struktur des Campussaals nicht unbedingt. Diese zwei Aktiengesellschaften gehören den beiden Gemeinden Brugg und Windisch. Die Aktionäre, sprich die Vertreter der beiden Kommunalbehörden, genehmigten kürzlich an ihren Generalversammlungen die beiden Jahresberichte und Jahresrechnungen. Diese wurden den Medien vorgelegt und kommentiert. Die Brugger Einwohner erhielten mit den Abstimmungsunterlagen ein detailliertes Papier dazu. Ausserdem steht auf der Homepage der Stadt Brugg der Bericht und ­Antrag zur Verfügung, wie sie der ­Einwohnerrat für seine Sitzung vom 10. März 2017 erhalten hatte.


Auslastung lässt sich sehen

Riet Pfister ist Geschäftsführer der CBAG und Verbindungsglied zwischen den beiden AG, der Vermieterin ABA Management GmbH sowie zu den Kunden und Trägern des Saals. Pfister betonte, dass mit drei neuen Hallen – einer in Dübendorf, der umgebauten ABB-Halle 662 in Oerlikon sowie der Eventhalle Safenwil – neue Konkurrenten zu den bestehenden dazu gestossen sind. Die Auslastung an 85 Tagen – das heisst mit Vor- und Nachbereitung jeden Events – darf sich neben der Auslastungszahl von 123 Tagen des Hallenstadions Zürich durchaus sehen lassen. Als äusserst positiv nannte Pfister die Kundenzufriedenheit und damit Kundenbindung.

Wiederkehrende Auftraggeber erleichtern die Arbeit der Betreiber, da spezifische Wünsche und Anliegen bereits bekannt sind. Besonderer Wert wird auf Anlässe mit einem Bildungs- oder Forschungshintergrund gelegt. Dies schon allein wegen der Lage innerhalb der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW. Gemeinsam mit dem Förderverein will die CBAG dem Publikum vermehrt Eigenveranstaltungen anbieten, damit der Bekanntheitsgrad des Saals in der Region gesteigert werden kann. Erfreulicherweise wuchsen im vergangenen Jahr die Umsätze in allen Sparten. Für die Vertragsperiode 2018 bis 2022 wurde zudem ein neuer Vertrag mit der ABA Management unterzeichnet. 


An Wochenenden wenig los

Schön wäre es, wenn die Wochenendauslastung wachsen würde. Allerdings konzentrieren sich kulturelle Anlässe eindeutig auf Zürich, da darf man sich keine Illusionen machen. Aber bei gemischten Darbietungen wie dem «Frühlingserwachen» mit grosser Beteiligung von Vereinen dürfte dem Campussaal weniger Konkurrenz von Zürich erwachsen. Erfreulich ist auch die Zunahme von Hochzeiten, die hier stattfinden. Die Steigerung beim Mietaufwand von 370'000 auf 550'000 Franken von 2015 auf 2016 ergibt sich aus der zuvor vereinbarten Reduktion, die 2016 nicht mehr gewährt wurde. Ein Veranstaltungsraum wie der Campussaal soll den Bekanntheitsgrad einer Region steigern und so zu ihrem Wohl beitragen.


Mietzins ist gestiegen

Martin Wehrli, Präsident der CIAG, erläuterte die Aufgabe dieser Aktiengesellschaft. Sie muss den Unterhalt des Campussaals, seiner festen Einrichtungen sowie der Gebäudehülle gewährleisten. Sie tätigt auch die Abschreibungen. So konnten die langfristigen Verpflichtungen von 1,7 auf 1,3 Mio. Franken reduziert werden. Dafür erhält sie von CBAG einen Mietzins von knapp 550'000 Franken. 2015 betrug diese Summe wie gesagt noch 370'000 Franken. Damit sollte der Start des Saales erleichtert werden. Ausserdem gilt für ein neues Gebäude eine Baugarantie. Damit fallen die Unterhaltskosten geringer aus. Da die Fassadenreinigung sehr aufwendig ist – die Strasse muss gesperrt werden –, fielen hier bald Unkosten an. Auch dank des vollen Mietzinses erwirtschaftete die CIAG erstmals einen Jahresgewinn von 52' 840 Franken. 


Honorare sind gesunken

Einen Wechsel gab es im Verwaltungsrat der CIAG. Heinz Wipfli, Windisch, wurde von Max Gasser abgelöst. Die VR-Honorare der CIAG wurden nach 2013 von 22'000 auf 12'000 Franken reduziert, da die Arbeitsbelastung des Präsidenten und der drei VR-Mitglieder zu Beginn deutlich höher lag. Somit erhält der Präsident 4000 Franken, die vier Mitglieder je 2000 Franken. Das Gleiche gilt für die CBAG, die den Betrag für den gesamten VR ebenfalls auf 13'000 Franken festlegte – 4000 Franken für die Präsidentin, je 3000 Franken für die drei Mitglieder. An der GV im Mai wurde Gemeindeammann Heidi Ammon, Windisch, statutengemäss neue Präsidentin. Sie löste damit den Brugger Stadtrat Willi Däpp ab.


Keine Autoausstellungen

Zum zweiten Mal wurden für die CIAG Nebenkosten als Stockwerkeigentümerin fällig. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr von 47'000 auf 61'000 Franken. Budgetiert hat die CIAG vorsichtshalber 82'000 Franken, diese Grenze dürfte nicht überschritten werden. Rückstellungen für einen Fonds wurden keine gemacht, da die übrigen Eigentümer wenig Interesse an einem derartigen Fonds zu haben scheinen. Geprüft hatte die CIAG eine Zufahrt von der Zürcherstrasse her zum Gebäude. Damit wären Automobilausstellungen ermöglicht worden.

Doch die Stockwerkeigentümer – vorwiegend der Kanton Aargau, der Campussaal stellt lediglich einen Neunundsechzigstel davon dar – zeigten keinerlei Interesse daran. Deshalb erachtete man die Kosten von knapp 250'000 Franken als zu hoch und verwarf diese Option. Dagegen wurden neue Serviceverträge für die Technik, genauer für die Campussaallifte und die Hydraulik der Bühnenmotoren, notwendig. Aus Sicherheitsgründen brachte man an den Stufen zum Campussaal präventiv Chromstahlleisten an, um die Sichtbarkeit der Stufen zu verbessern. 

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