Wie gestalten wir unsere Stadt?

Die nächste Stadt – wie sieht sie aus? Der Verein Stadtlabor Baden lud zu einer anspruchsvollen und ausführlichen Diskussionsrunde.

Stadtlabor – öffentliche Diskussionsplattform zum Städtebau
Stadtlabor – öffentliche Diskussionsplattform zum Städtebau (Bild: zVg)

von
Isabel Steiner Peterhans

08. Mai 2018
09:00

Baden soll wachsen, und deshalb ist die Stadt Baden aktiv damit beschäftigt, die gesamte Bauordnung zu revidieren. Das Raumplanungsgesetz gibt die haushälterische Bodennutzung vor, und es stellt sich die Grundsatzfrage, welche Stadt man denn nun den Nachkommen weitergeben möchte. Da Baden ausserhalb der kompakten Innenstadt mehrheitlich aus wenig dichten Stadtteilen mit kleinen Wohnhäusern mit Umschwung und Garten besteht, stellte das Stadtlabor die Frage, ob und wie speziell diese Quartiere mehr Einwohner aufnehmen können und welche Qualitäten und Bauformen das ergibt. Nach einer fundierten Kurzeinleitung zu baulichen Strukturen und deren Dichten von Sibylle Wälty (ETH Zürich) diskutierten angeregt Johannes Eisenhut (Senn Development), Tanja Herdt (Raumentwicklung Metron, ETH Zürich), Mary Sidler (Stadträtin Sempach) und Rolf Wegmann (Leiter Stadtentwicklung Baden). Was ist denn nun ländlich, was städtisch und versteht wirklich jeder das Wort urban, und was wird allenfalls hineinprojiziert. Wie verhält es sich mit dem Abstandsgrün, verkommt dieses nicht vielleicht auch gar zu einem Anstandsgrün? Welche Werte bestimmen das künftige Bauen, wie sind die einzelnen Bedürfnisse und was definiert sich im Wort «schön». Was sind Luftrechte, und wo mischeln die Gebäudeversicherungen mit. 

Daniel Leuthold, das Stadtlabor Baden, legte immer wieder einen spannenden Input zu Themen wie Partizipation, Trägerschaft oder Verdichtung und inspirierte so die Diskussionsteilnehmer. Rolf Wegmann von der städtischen Entwicklungsplanung stellte den Einbezug der Quartierbevölkerung bei der laufenden Planung in Aussicht. Sabine Kuster (Journalistin, Ressortleiterin Leben&Wissen, AZ Nordwestschweiz) moderierte den Anlass. Patti Basler setzte als Schlusspunkt des fast zweistündigen Events ein witziges Résumée. 

  • Heidi Berger, Oberrohrdorf: Meine Zukunftsstadt: Die wird wohl nicht viel anders sein als heute. Sozial wird sie sich zwar verändern, und auch die Mobilität wird unterschiedlicher sein. Wichtig ist aber, den Stellenwert zu erhalten.
    Heidi Berger, Oberrohrdorf: Meine Zukunftsstadt: Die wird wohl nicht viel anders sein als heute. Sozial wird sie sich zwar verändern, und auch die Mobilität wird unterschiedlicher sein. Wichtig ist aber, den Stellenwert zu erhalten. (Bilder: isp)
  • Sabine Doppler, Baden: Meine Zukunftsstadt: Das Gemeinschaftsgefühlt sollte sich intensivieren, und die Einwohner könnten sich selber organisieren. Das führt zu Lebensqualität und schliesslich zu einer Identifikation mit dem Quartier.
    Sabine Doppler, Baden: Meine Zukunftsstadt: Das Gemeinschaftsgefühlt sollte sich intensivieren, und die Einwohner könnten sich selber organisieren. Das führt zu Lebensqualität und schliesslich zu einer Identifikation mit dem Quartier.
  • Steven Moser, Ennetbaden: Meine Zukunftsstadt: Weniger Autos wäre sicher nicht verkehrt und mehr Fokus auf Infrastruktur (Bahnhof, Einkaufen, Flanieren), alles in Gehdistanz erreichbar. Vermehrt Begegnungsräume ohne «Abstandsgrün».
    Steven Moser, Ennetbaden: Meine Zukunftsstadt: Weniger Autos wäre sicher nicht verkehrt und mehr Fokus auf Infrastruktur (Bahnhof, Einkaufen, Flanieren), alles in Gehdistanz erreichbar. Vermehrt Begegnungsräume ohne «Abstandsgrün».
  • Jürg Erdin, Baden: Meine Zukunftsstadt: die gab es schon mal, in der Renaissancezeit. Wir sollten uns mehr an der Vergangenheit in Sachen Bauen ausrichten und das auf heute adaptieren. Gut möglich, dass wir baulich auf einem Irrweg sind.
    Jürg Erdin, Baden: Meine Zukunftsstadt: die gab es schon mal, in der Renaissancezeit. Wir sollten uns mehr an der Vergangenheit in Sachen Bauen ausrichten und das auf heute adaptieren. Gut möglich, dass wir baulich auf einem Irrweg sind.
  • Kathrin Doppler, Baden: Meine Zukunftsstadt: Wie wärs mit fliegenden Wohnungen, so in Seifenblasen verpackt. Mit denen düst man dann von Alltagsthemen zu Alltagsthemen. Oder mobile Wohnformen, gar Unterwasserbehausungen.
    Kathrin Doppler, Baden: Meine Zukunftsstadt: Wie wärs mit fliegenden Wohnungen, so in Seifenblasen verpackt. Mit denen düst man dann von Alltagsthemen zu Alltagsthemen. Oder mobile Wohnformen, gar Unterwasserbehausungen.

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