Lorbeerkranz für Unbesiegbaren

Alea jacta est – die Würfel sind gefallen. Legionärsausbildner Invictus wurde bei der Saisoneröffnung des Legionärspfades vom Volke Vindonissas zum ersten «Superstar» gewählt.

Markus Häni alias Marcus Tullius Invictus wurde zum Superstar gewählt
Markus Häni alias Marcus Tullius Invictus wurde zum Superstar gewählt (Bilder: sha)

von
Stefan Haller

12. April 2018
09:00

Sie hiessen Spurius Flavius Explorator, Lucius Aurelius Pilatus, Tiberius Iulius Maximus, Helvia Beliciana Quinta oder schlicht und einfach Livia: zehn Römerinnen und Römer, allesamt dargestellt von ausgebildeten Archäologen oder Ethnologen mit pädagogischer Zusatzausbildung, die beim Legionärspfad als Geschichtsvermittler angestellt sind. Auf einem Laufsteg stellten sie sich und ihre Rollen mit viel schauspielerischem Talent dem Publikum vor. Dazwischen brachten sie den Kindern und Jugendlichen das Leben der Römer in Workshops näher. Man fühlte sich in eine Zeitmaschine versetzt: Ziemlich genau so  muss sich das Leben vor 2000 Jahren im früheren Legionslager abgespielt haben. Beim späteren Publikumsliebling Marcus Tullius Invictus (dem Unbesiegten) etwa konnten sich die Kids zum Legionär ausbilden lassen oder ein Schwert basteln. Weitere Programmpunkte waren «Vier Säfte im Lazarett» oder Signale in der Legion, Schreiben auf Papyrus oder auf einer Wachstafel, Soldauszahlung sowie Probeliegen auf Stroh. Enormes Interesse fand das Brote backen in der «Fabrica», das anschliessend getreu dem Motto panem et circenses (Brot und Spiele) dem Publikum geschenkt wurde.

Geschichtsvermittlerin Evelyne Pfeifer, die eigens für ihre Einsätze aus Lausanne angereist war, erzählte Spannendes über Opferrituale am Hausaltar und den Glauben, vor allem aus Perspektive der Römerinnen. «Ich liebe diesen Job, es ist gelebte Geschichte, wenn ich mich in eine Römerin verwandle», erzählte die ausgebildete Ethnologin, stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen. Es sei durchaus auch anspruchsvoll, etwa wenn Kinder ernst gemeinte Fragen zu Glaube und Religion stellen. Auch ein kleines Geschenk in Form eines Öllämpchens erhielten alle Workshop-Teilnehmer bei ihr mit auf den Nachhauseweg.  

  • Rahel Göldi
    Rahel Göldi
  • Evelyne Pfeifer alias Helvia
    Evelyne Pfeifer alias Helvia
  • Roger Pfyl alias Rochus
    Roger Pfyl alias Rochus
  • Der Centurio Alius Gallus Victor
    Der Centurio Alius Gallus Victor
  • «Senator» Alex Hürzeler
    «Senator» Alex Hürzeler
  • Markus Häni alias Marcus Tullius Invictus
    Markus Häni alias Marcus Tullius Invictus

Legionärspfad-Leiterin Rahel Göldi freute sich über den gelungenen Saisonauftakt. Das Motto des diesjährigen Eröffnungsfests «Vindonissa findet den Superstar!» passe sehr gut zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 (Motto: «Sharing Heritage»), denn das Voting oder eben Wählen bedeute, dass sich die Besucher mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen müssen. «Das ist identitätsstiftend», ist Rahel Göldi überzeugt. 

Der «Superstar» wurde vom Publikum erkoren. Auf einem Wahlzettel konnte man die Figuren respektive deren Darbietungen mit einem bis fünf Sternen bewerten. Dessen Krönung mittels Lorbeerkranz übernahm schliesslich Landammann und BKS-Vorsteher Alex Hürzeler, der als römischer Senator auftrat. Er beglückwünschte die Geschichtsvermittler zu ihren Darstellungen: «Mit euren Figuren habt ihr atemberauende Einblicke in das frühere Leben in einem Legionslager ermöglicht.» Den Titel als «Superstar» verlieht er aber nicht Marcus Tullius Invictus alleine, sondern auch dem Publikum, das sich mit grossem Interesse seiner Vergangenheit widmete und voller Begeisterung mitwirkte. 

Der Römer-Erlebnispark in Windisch ist ein Erlebnis für Familien, Gruppen und Schulklassen. Bereits am Sonntag, 27. Mai, folgt mit dem Römertag ein weiteres Jahres-Highlight des Legionärspfades. Am diesjährigen Römertag haben Kamele ihren gros­sen Auftritt. Und im Amphitheater treten Gladiatoren in spektakulären Duellen gegeneinander an.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Kommentar erstellen

Der Schatz aus dem Sekretär

Weshalb hat das Dufourhaus in Brugg einen orientalischen Einschlag? Man erfährt... Weiterlesen

Abschied von der «Rotzhütte»

Viele Jahre haben Anne F. Staehelin und Samuel Ernst am Bruggerberg gelebt und... Weiterlesen

region

«Viele Nebenaugen waren unser Glück»

Die späten Frostnächte Ende April 2017 hatten bei den Winzern für schlaflose... Weiterlesen 0 Kommentare

region

Winterdienst kann verbessert werden

Ab sofort wird ein John Deere-Traktor der neusten Generation für die... Weiterlesen 0 Kommentare

region

Spatenstich im Bäderquartier

Im Badener Bäderquartier, einem Begegnungsort mit bewegtem geschichtlichem... Weiterlesen 0 Kommentare