«Jede Rolle zählt»

Armand Rudolf von Rohr hielt ein Referat über Ökologie und erzählte, wie er vom Diamantenverkäufer zum grünen ­Unternehmer wurde.

Armand Rudolf von Rohr 
Armand Rudolf von Rohr (Bilder: cl)

von
Claudia Marek

30. September 2017
09:00

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Die Stiftung Domino hat am letzten Freitag zum zweiten Werkstattgespräch eingeladen. Rudolf von Rohr, Geschäftsführer der Firma RVR Service AG, Bennwil und Präsident des Clean Forest Club, erklärte die Philosophie seines Unternehmens. Mit dem Slogan «Es gibt viel zu tun tun – Pflanzen wir’s an» setzt die Firma seit mehr als zehn Jahren neue Akzente im Bereich Umweltmarktwirtschaft. In seinem kurzen Referat zeigte er auf, dass man durchaus nachhaltig handeln und profitieren kann. 

Das Kerngeschäft der Firma sind die Handtuchspender mit Stoffrollen aus Baumwolle und dem dazugehörigen Wäscheservice. Neu werden einzelne, waschbare Handtücher aus Viskose produziert. «Das ist umweltfreundlicher, da sie aus Baumfaser hergestellt werden», erklärte Fabienne Marti, Marketing-Verantwortliche. Es gehe aber nicht nur darum, umweltbewusst zu produzieren, sondern der Natur etwas zurückzugeben.

  • Fabienne Marti
    Fabienne Marti
  • Daniel Hohler
    Daniel Hohler
  • Peter Müller
    Peter Müller
  • Markus Bopp
    Markus Bopp
  • Markus Welti
    Markus Welti
  • Selma Steinlechner
    Selma Steinlechner

Aufforsten

«Pro 100 Stoffrollen, die gewaschen werden, pflanzen wir einen Baum», so Marti. In Kooperation mit dem im 2007 gegründeten Verein Clean Forest Club wird die Aufforstung in sturmgeschädigten Gebieten ermöglicht. Ziel der Firma ist: bis 2050 über eine Milliarde Tonnen überschüssiges CO2 aus der Atmosphäre zu binden. In Zusammenarbeit mit Helvetas gelingt es ihnen, in verschiedenen Kontinenten Aufforstungen zu tätigen.


Das Klima hat sich verändert

Armand Rudolf von Rohr machte sich früher wenig Gedanken über die Umwelt. Er sei ein ehrgeiziger Unternehmer gewesen, der immer neue Rekordumsätze anpeilte. «Ich wollte immer der Beste sein», erzählte er. Schwierige Situationen in der Jugend, die er bewältigen musste, hatten ihn zäh gemacht. Er zog in die Welt hinaus, lernte mehrere Sprachen, arbeitete in verschiedenen Bereichen als Verkäufer, bis er eine Karriere als Diamantengutachter startete. 

Es waren aber Naturereignisse, die ihn zu einem Marschhalt und Neubeginn bewogen. Stürme, Hurrikane und Hitzeperioden kamen häufiger vor. Lothar fegte über die Schweiz. Der Klimawandel zeigt sich in Wetterextremen. «Gerade in diesem Jahr sehen wir es leider besonders deutlich», so von Rohr. «Millionen Menschen sind von den Naturkatastrophen betroffen.» Dem Unternehmer geht es aber nicht darum, eine Weltuntergangsstimmung heraufzubeschwören, er möchte etwas tun und die Menschen anstecken. «Jede Rolle zählt», sagte er lachend, «wir möchten noch viele Bäume pflanzen.» Nicht alle Gäste kannten die Philosophie des Unternehmens. Daniel Hohler, Geschäftsführer der Stiftung Faro, war beeindruckt von der Idee der Firma. «Der Lebenszyklus eines kleinen, aber für den Alltag wichtigen Produktes ist in der Firma abgebildet, von der Herstellung, über den Vertrieb bis zur Aufforstung.» Peter Müller, Präsident, und Markus Bopp, Bereichsleiter der Stiftung Domino, sind von dem Konzept überzeugt. «Noch wichtiger als die Aufforstung wäre aber, die Abholzung im Regenwald zu verhindern», ergänzte Müller. Markus Welti, Bereichsleiter beim Roten Kreuz, fand den Vortrag interessant. «Es wird einem wieder neu bewusst, was man schon weiss», so sein Fazit. Selma Steinlechner aus Birmenstorf konnte dies ebenfalls bestätigen. Nach dem Referat offerierte das Domino einen Apéro.

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