In Brugg herrscht Aufbruchstimmung

Der politische Wandel ist in Brugg definitiv eingeläutet. Am traditionellen Brugger Neujahrsempfang gab Barbara Horlacher ihr Debüt als Stadtammann.

Barbara Horlacher
Barbara Horlacher ist seit Anfang Jahr Stadtammann von Brugg (Bilder: mw)

von
Max Weyermann

05. Januar 2018
16:45

Barbara Horlacher hatte am 1. Januar 2018 ihren ersten öffentlichen Auftritt als Frau Stadtammann. Im Rahmen des Brugger Neujahrsempfangs gab sie ihr von den zahlreichen Anwesenden mit Spannung erwartetes Statement zur Übernahme ihres neuen Amtes ab. «Effingermedien.ch» gewährte Horlacher ein persönliches Interview. Darin zeigte sie sich positiv überrascht vom klaren Resultat der Stadtammannwahl und sehr angetan von der freundschaftlichen Amtsübergabe durch ihren Vorgänger Daniel Moser. Barbara Horlacher: «Dank dem breiten Support aus der Bevölkerung und vonseiten meiner Angehörigen fühle ich mich getragen und gehe voll motiviert an meine neue Aufgabe  heran. Speziell erwähnen möchte ich meinen Lebenspartner Jürg Bitterli. Er hat mich im Wahlkampf tatkräftig unterstützt und ist auch im Alltag ein verlässlicher und interessanter Mensch.» 

Auf die Zugehörigkeit zur grünen Partei und ihre bisherige Tätigkeit als Leiterin der Umweltabteilung des Flughafens Basel-Mulhouse angesprochen, betont Barbara Horlacher, dass von ihr keine extreme, einseitige Haltung zu erwarten sei. Zudem habe man ja in unserem demokratischen System als Stadtammann keine absolute Macht, sondern sei auf die einvernehmliche Zusammenarbeit mit dem übergeordneten Einwohnerrat und  mit den anderen Stadtratsmitgliedern angewiesen. Mit einem Schmunzeln ist damit wohl auch das Gerücht, dass man in Brugg künftig nicht mehr warm duschen dürfe, aus der Welt geschafft. 


2018 – ein besonderes Jahr

Barbara Horlachers Partner Jürg Bitterli ist im Departement Bau, Verkehr und Umwelt in Aarau als Projektleiter Angebotsplanung öffentlicher Verkehr tätig. Für ihn verspricht 2018 gleich in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Jahr zu werden. Im Zusammenhang mit der neuen Situation an der Spitze der Brugger Exekutive ortet er eine spürbare Aufbruchstimmung in der Öffentlichkeit. Andererseits hält er auch persönlich Ausblick auf eine spezielle Wegmarke, steht doch dieses Jahr sein 60. Wiegenfest bevor. Die Veränderungen im Zusammenleben mit Barbara Horlacher lässt er flexibel auf sich zukommen, dies im Bestreben, das Beste aus den momentan noch nicht näher bekannten Herausforderungen zu machen.

  • Jürg Bitterli
    Jürg Bitterli
  • Jürg Moser
    Jürg Moser
  • Anita Huisman
    Beatrice Märki
  • Anita Huisman
    Anita Huisman

Flexibles Annehmen von neuen Entwicklungen ist auch das Anliegen von Musikschulleiter Jürg Moser, der ebenfalls dieses Jahr den 60er-Meilenstein erreicht. Er geht 2018 zwar gemütlich und ohne grosse Vorsätze an, erwähnt jedoch speziell die bevorstehende, vom Einwohnerrat und vom Stadtrat abzusegnende Anpassung von Reglementen der Brugger Musikschule an die aktuellen Verhältnisse in unserer Bildungslandschaft. Den Kontakt mit den von ihm im Gitarrenunterricht betreuten Jugendlichen empfindet Moser als angenehm und belebend: «Dies gibt mir auch für das neue Jahr die nötige Zuversicht für ein gutes Zusammenwirken im näheren Umfeld.»


Persönlicher Blick in die Vergangenheit

An ein spezielles Projekt will sich Beatrice Märki wagen. «Mit meinen 78 Jahren möchte ich unsere Familiengeschichte aufschreiben, dies auf Wunsch unserer sieben Enkel, die immer wieder darüber staunen, wie sich das Leben einst abspielte und was ich alles aus diesen früheren Zeiten zu erzählen weiss.» Dazu gehören auch Schilderungen aus der Epoche, als sie noch als Teleoperatrice in Rapperswil tätig war und die Verbindungen der Gesprächsteilnehmer aus dem In- und Ausland von Hand «stöpseln» musste. In diesem Zusammenhang verfolgt Beatrice Märki die rasante Entwicklung der Digitalisierung mit einer Mischung aus Interesse und gewissen Bedenken. Sie hofft einerseits, dass die modernen Technologien nicht zu noch mehr Entlassungen führen werden, sondern in der aktuellen Aufbruchstimmung auch zur Schaffung von Stellen beitragen. «Was mir jedoch speziell Sorgen bereitet, ist der im Zeichen der Globalisierung zunehmend üblich gewordene Verkauf von traditionsreichen Schweizer Unternehmungen an ausländische Besitzer.»

In etwa auf die gleiche Anzahl Jahre kann Anita Huisman zurückblicken. Sie ist weiterhin im Kulturbereich aktiv. «So lange ich gesund bin und die Treppenstufen respektive Herausforderungen des Alltags weiterhin gut bewältigen kann, möchte ich  am Gesellschaftsleben teilnehmen. Ich bin vielseitig interessiert und deshalb auch immer wieder an verschiedenen Anlässen anzutreffen. Was ich mir wünsche? Ich erhoffe mir eine zunehmende Achtsamkeit gegenüber der Natur und ein friedlicheres Zusammenleben der Menschen auf unserem vom Weltall aus gesehen wunderschönen Planeten Erde.»

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Der Schatz aus dem Sekretär

Weshalb hat das Dufourhaus in Brugg einen orientalischen Einschlag? Man erfährt... Weiterlesen

Abschied von der «Rotzhütte»

Viele Jahre haben Anne F. Staehelin und Samuel Ernst am Bruggerberg gelebt und... Weiterlesen

specials

Filmreihe mit breitem Spektrum

Alljährlich präsentiert die Campus-Filmreihe mit zwei attraktiven... Weiterlesen 0 Kommentare

region

Frühlingsboten sorgen für «Vitamin B»

Sobald die ersten Sonnenstrahlen zu spüren sind, erzeugt das bei vielen Menschen... Weiterlesen 0 Kommentare

region

«Fühle mich in Windisch zuhause»

Vom 4. bis 6. Mai dreht sich in der Bossartschüür Windisch alles um Kunst und... Weiterlesen 0 Kommentare