«Dänn klinged die Tön zäuberhaft schön»

In Turgi hat Theater Tradition. Am Samstag aber feiert ein besonders anspruchsvolles Kinder-Musical Premiere: Die legendäre Zauberorgel.

Mobbing in der «Zauberorgel»: Rägeli wird von den Kindern ausgelacht
Mobbing in der «Zauberorgel»: Rägeli wird von den Kindern ausgelacht (Bilder: aru)

von
Annegret Ruoff

09. November 2017
08:00

1 Kommentare

Die Zauberorgel

Das Kinder-Musical von Jörg Schneider und Musik von Emil Moser wird in der Mehrzweckhalle Turgi aufgeführt.


Premiere: Samstag, 11. November, 17 Uhr
Sonntag, 12./26. November und 3. Dezember, 15 Uhr
Samstag, 25. November und 2. Dezember, 17 Uhr
Mehzweckhalle Turgi
Reservationen: 079 647 44 94
www.kjt-turgi.ch 

Im Vorraum der Mehrzweckhalle Turgi riecht es nach Kaffee, Kuchen, Haarspray und Schminke. Während auf der linken Seite letzte Cakekrümel weggeputz werden und Kinder in Scharen zwischen den Tischreihen hindurchwirbeln, werden rechter Hand Perücken aufgesetzt, Wimpern verlängert und Lippen nachgezogen. Im grossen Bühnensaal hängen Kostüme in Reih und Glied, dahinter übt die Querflöte eine Trillerpassage. Und während die Beleuchtung letzte Einstellungen testet und die Anschlusskabel sortiert, schäkert der Schneemann mit der Vogelscheuche, die gerade ihre Cola austrinkt. Dann klatscht Regisseurin Katrin Renggli in die Hände. Es wird dunkel im Saal.

Gefühlvoll eröffnen die vier Musiker das Eingangsspiel, dann gibt der Vorhang die Bühne frei. Im Scheinwerferlicht erstrahlt die Häuserreihe einer Kleinstadt, deren Gassen sich nach und nach füllen mit Menschen, die sich freundlich «Guete Morge!» zurufen. 

So beginnt das legendäre Musical «Die Zauberorgel», getextet von Jörg Schneider, komponiert von Emil Moser. Uraufgeführt wurde es 1976 in Zürich, seither hat seine frohe Botschaft Generationen beim Aufwachsen begleitet. Dieses Jahr nun hat sich das Theater Team Turgi zusammen mit dem Kinder- und Jugendtheater KJT unter der Regie von Katin Janser an das anspruchsvolle Stück herangewagt. 

  • Katrin Janser, 40, Regisseurin: «Mit der Zauberorgel verbinde ich viele Kindheitserinnerungen. Mich überzeugt die Botschaft dieser Geschichte: Gib die Hoffnung nicht auf, glaube stets an das Gute! Gleichzeitig mit Erwachsenen und Kindern zu arbeiten ist spannend, da kommt so viel Spielfreude und Leidenschaft zusammen. Meine Lieblingsfigur ist der König. Als Hypochonder jammert er die ganze Zeit, und am Ende wird er doch gesund.»
    Katrin Janser, 40, Regisseurin: «Mit der Zauberorgel verbinde ich viele Kindheitserinnerungen. Mich überzeugt die Botschaft dieser Geschichte: Gib die Hoffnung nicht auf, glaube stets an das Gute! Gleichzeitig mit Erwachsenen und Kindern zu arbeiten ist spannend, da kommt so viel Spielfreude und Leidenschaft zusammen. Meine Lieblingsfigur ist der König. Als Hypochonder jammert er die ganze Zeit, und am Ende wird er doch gesund.»
  • Lucie Brogli, 65, Vogelscheuche: «Ich bin seit 1991 bei der Freien Bühne mit dabei. An dieser Aufführung gefällt mir besonders, dass so viele Kinder mitmachen. Das frischt die Sache auf, alles wirkt viel beweglicher. Obwohl meine Rolle als Vogelscheuche etwas Steifes hat, empfinde ich sie als befreiend. Denn ich kann tun und lassen, was ich will. Vor meinem Auftritt als Solistin habe ich etwas den Bammel. Aber das wird schon.»
    Lucie Brogli, 65, Vogelscheuche: «Ich bin seit 1991 bei der Freien Bühne mit dabei. An dieser Aufführung gefällt mir besonders, dass so viele Kinder mitmachen. Das frischt die Sache auf, alles wirkt viel beweglicher. Obwohl meine Rolle als Vogelscheuche etwas Steifes hat, empfinde ich sie als befreiend. Denn ich kann tun und lassen, was ich will. Vor meinem Auftritt als Solistin habe ich etwas den Bammel. Aber das wird schon.»
  • Leonie Huber, 11, Taglöhnerkind: «Theaterspielen finde ich cool! Bei der Turgemer Truppe bin ich schon länger dabei. An diesem Stück mag ich besonders, wie man mit dem Rägeli, das von den anderen Kindern geplagt wird, umgeht. Sie wird während des Stücks zur Heldin. Das ist anders als in der Schule, wo meist die Nervenden die Helden sind. Mir gefällt das Zauberorgellied am besten. Oft singe ich es zuhause, zusammen mit meiner Schwester.»
    Leonie Huber, 11, Taglöhnerkind: «Theaterspielen finde ich cool! Bei der Turgemer Truppe bin ich schon länger dabei. An diesem Stück mag ich besonders, wie man mit dem Rägeli, das von den anderen Kindern geplagt wird, umgeht. Sie wird während des Stücks zur Heldin. Das ist anders als in der Schule, wo meist die Nervenden die Helden sind. Mir gefällt das Zauberorgellied am besten. Oft singe ich es zuhause, zusammen mit meiner Schwester.»
  • Markus Renggli, 52, Fridolin: «Nach 20 Jahren Einsatz hinter der Bühne wage ich mich nun auf die Bühne – als Quereinsteiger. Grad in eine Hauptrolle zu schlüpfen, hat Mut gebraucht. Am meisten fordert mich das Singen. Ich bin zwar schon lange in einem Chor tätig, aber als Solist auf der Bühne zu stehen und den Gesang mit Bewegung zu koordinieren, ist etwas anderes. Die Spannung steigt mit jeder Probe – und die Vorfreude auch.»
    Markus Renggli, 52, Fridolin: «Nach 20 Jahren Einsatz hinter der Bühne wage ich mich nun auf die Bühne – als Quereinsteiger. Grad in eine Hauptrolle zu schlüpfen, hat Mut gebraucht. Am meisten fordert mich das Singen. Ich bin zwar schon lange in einem Chor tätig, aber als Solist auf der Bühne zu stehen und den Gesang mit Bewegung zu koordinieren, ist etwas anderes. Die Spannung steigt mit jeder Probe – und die Vorfreude auch.»
  • Misael Morant, 27, Apotheker: «Theater spiele ich, seit ich elf Jahre alt bin. In diesem Stück habe ich die Opferrolle gefasst. Als Apotheker Bitterli werde ich von meiner Frau rumkommandiert und bin an allem schuld. Das Singen macht mir grossen Spass, und mit den Dialogen bin ich schon sehr vertraut. Im Moment feile ich noch an den Gesprächsszenen mit mehreren Beteiligten. Die sind sehr komplex und deshalb äusserst anspruchsvoll.»
    Misael Morant, 27, Apotheker: «Theater spiele ich, seit ich elf Jahre alt bin. In diesem Stück habe ich die Opferrolle gefasst. Als Apotheker Bitterli werde ich von meiner Frau rumkommandiert und bin an allem schuld. Das Singen macht mir grossen Spass, und mit den Dialogen bin ich schon sehr vertraut. Im Moment feile ich noch an den Gesprächsszenen mit mehreren Beteiligten. Die sind sehr komplex und deshalb äusserst anspruchsvoll.»

Die Geschichte handelt vom armen Kesselflicker Fridolin, der sich mit seiner Tochter Rägeli und der selbst gebauten Zauberorgel auf den Weg macht, um dem schwer erkrankten König Adalbert, dem Letzten, zu helfen. Die Zauberorgel nämlich vermag mit ihrer wunderschönen Musik alle Menschen froh und glücklich zu machen. Leider erfährt auch das böse Apotheker-Ehepaar Bitterli vom Wunderin-strument. Es verfolgt Fridolin und Rägeli auf Schritt und Tritt und setzt alles daran, die Zauberorgel zu stehlen. 

In Turgi, das auf eine langjährige Theatertradition zurückblicken darf, ist man sich schwierige Stücke gewohnt. Das Musical «Die Zauberorgel» sei aber «eine besonders grosse Kiste» betont Rebekka Renggli. Die Leiterin der KJT steht, zusammen mit ihrer Schwester, die beim Musical Regie führt, von Kindsbeinen an auf der Bühne. Das Theaterblut hat sie inzwischen bereits an ihre eigenen Kinder weitervererbt. Nebst der Familie wirken rund vierzig Personen bei der Zauberorgel mit, viele davon in Doppelrollen. Von der Maske über die Kostümbildnerei bis zur Gastronomie ist im Hintergrund ein riesiges Team von Helfern im Einsatz. «Alle leisten einen gewaltigen Einsatz, notabene auf freiwilliger Basis», erzählt Rebekka Renggli. «Ohne diesen könnten wir uns so ein Stück gar nicht leisten.» Für die Zauberorgel haben die Turgemer rund ein Jahr lang geprobt. Am kommenden Samstag lüftet sich der Vorhang definitiv. Dann feiert die Zauberorgel in der Mehrzweckhallle ihre Premiere.

Kommentare (1)

  1. Käthi
    Käthi am 10.11.2017
    Sehr schöne Fotis und der Artikel macht einen grad gluschtig
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