Alle wollen Miss Sophies Erbe

Miss Sophie ist gestorben, und ihr Erbe soll an die Nachkommen ihrer Freunde ­verteilt werden. Kann das gut gehen? Ein Probenbesuch bei der Theatergruppe Brunegg gab einen ersten Vorgeschmack auf die Geschichte.

Die Theatergruppe Brunegg präsentiert sich vor der Probe in Miss Sophies Büro
Die Theatergruppe Brunegg präsentiert sich vor der Probe in Miss Sophies Büro (Bilder: cl)

von
Claudia Marek

21. Januar 2018
09:00

Theater Brunegg

Die Theatergruppe Brunegg führt die Komödie «Miss Sophies Erbe» an folgenden Daten in der Mehrzweckhalle Brunegg auf:

  • Mittwoch, 7. Februar, 20 Uhr
  • Freitag, 9. Februar, 20 Uhr
  • Samstag, 10. Februar, 20 Uhr

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Der bekannte Sketch «Dinner for One» ist für viele Menschen zum festen Bestandteil des Silvesterabends geworden. Wer Miss Sophie wirklich ist, das wird erst nach ihrem Tod bekannt. Ihre geldgierigen Erben reisen an. Die Hausangestellten in Miss Sophies Haus werden direkt mit der Verschrobenheit der Neuankömmlinge konfrontiert und haben einiges zu ertragen. Da ist die einstige Operetten-Diva Ludmilla Stroganoff, die unter chronischem Geldmangel leidet und ihre Blütezeit lange hinter sich gelassen hat. Geblieben sind ihre Exzentrik und ihr Appetit auf Männer. Gespielt wird diese Rolle von Jeanette Seiler, die grossen Spass an der Rolle hat. «Ich verspeise die Männer en masse», sagt sie und lacht. Seit ihrer Jugend spielt Jeanette Seiler Theater, und es mache ihr nach wie vor grosse Freude. Gundula von Knorpsheim ist die Assistentin von Ludmilla Stroganoff. 

Eine Hassliebe verbindet die beiden Frauen. Gespielt wird die Rolle von Susanne Moor. Auch sie hat langjährige Theatererfahrung. Eine Figur zu entwickeln, sei ein faszinierender Prozess, erzählt sie. Man lebe sich in diese Rolle hinein. «Man erweckt sie zum Leben», führt Susanne Moor aus. Ludmilla Stroganoff und Gundula von Knorpsheim schenken sich nichts. Sie benutzen jede Gelegenheit, einander eins auszuwischen.

 

Ein durchgeknallter Paradiesvogel

Eine weitere Diva taucht in diesem Stück auf: Siegfried Roy Toby. Der Modemacher ist ein Paradiesvogel, schräg und durchgeknallt. Er hat viele Extrawünsche und bringt damit gleich Köchin Marlies in Rage (Elke Delimar). Die robuste Köchin zeigt der Diva aber gleich, wo der Hammer hängt. Bruno Schaffner spielt die Rolle des Siegfried Roy Toby. «Ich spiele alles, was ich im Leben nicht bin», sagt Schaffner lachend und guckt auf seine schillernde Jacke. «Es ist toll, in eine Rolle zu schlüpfen, die mit dem realen Leben nichts zu tun hat», schwärmt er. Bruno Schaffner blickt auf eine 20-jährige Bühnenerfahrung zurück. Er spielt jeweils an verschiedenen Orten. «Diese Freiheit nehme ich mir heraus, seit ich pensioniert bin», erzählt er. 

Auch Nicole Spiess liebt es, verschiedene Rollen auszuprobieren, wie sie sagt. Im letzten Jahr spielte sie eine alternde Magd, in diesem Stück die Rolle der Gilla Winterbottom: eine aufreizende Tussi, die vorwiegend in einschlägigen Nachtlokalen tätig war und nun ihre pflegerischen Fähigkeiten entdeckt hat. «Eine spannende Herausforderung», so Spiess. Im Leben sei sie eher bodenständig und packe gerne an. Nicole Spiess ist auch Ansprechperson und gute Seele des Theaters. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Einen Regisseur hat die Theatergruppe nicht. «Es ist ein Gemeinschaftswerk», betont Spiess. «Wir sind wie eine Familie, bei der es manchmal auch kracht. Aber wir haben viel Spass miteinander.» 

  • Gilla Winterbottom
    Gilla Winterbottom
  • Siegfried Roy Toby
    Siegfried Roy Toby
  • Ludmilla Stroganoff
    Ludmilla Stroganoff
  • Gundula von Knorpsheim
    Gundula von Knorpsheim

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