HIAG: «Es eilt nicht, aber wir machen vorwärts»

Die HIAG Immobilien AG hat sich der Arealentwicklung verschrieben. Sie verhilft der Industriebrache auf dem Reichhold-Areal zu neuem Leben. Jetzt geht sie das Problem des belasteten Untergrunds an.

Schichtweises Abtragen des belasteten Untergrundes des Reichhold-Areals
Schichtweises Abtragen des belasteten Untergrundes des Reichhold-Areals (Bilder: pbe)

von
Peter Belart

28. Dezember 2015
06:02

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Das Grundwasser

Naturgemäss gilt die erste Aufmerksamkeit dem Grundwasser, das unbedingt sauber bleiben muss. Römer betont: «Das ganze Grundstück ist überwachungspflichtig. Vierteljährlich müssen wir Berichte erstellen und diese an den Kanton weiterleiten.» Als weitere Vorsichtsmassnahme belässt man die Betonplatten, die einen Grossteil des Areals abdecken, vorläufig am Ort, so den Untergrund versiegelnd.

Mohamed Gharbi von der Firma Ecosens hat dem Baggerführer soeben gezeigt, wie er weiter vorgehen muss. Die Arbeiten schreiten voran. Gezielt, aber ohne Hast.

  • Abtragen des belasteten Untergrundes
    Abtragen des belasteten Untergrundes
  • Abtragen des belasteten Untergrundes
  • Abtragen des belasteten Untergrundes
  • Das Aushubloch (vier Meter tief) muss abgedichtet werden
    Das Aushubloch (vier Meter tief) muss abgedichtet werden
  • Aufbrechen der belasteten Betonplatten
    Die belasteten Betonplatten werden aufgebrochen
  • Aufbrechen der belasteten Betonplatten
  • Aufbrechen der belasteten Betonplatten
  • Mohamed Gharbi von Ecosens
    Mohamed Gharbi von Ecosens

 

Begleitet von der Umweltfirma Ecosens nutzen die Arbeiter die grosszügigen Platzverhältnisse. Sie verfrachten das Erdreich je nach Belastungsgrad an verschiedene Stellen, um so sicherzugehen, dass es danach am richtigen Ort entsorgt wird. Permanent liefern die Laboranalysen von Ecosens zusätzliche Entscheidungsgrundlagen: Welche Art von Belastung lässt sich feststellen? In welcher Konzentration tritt sie auf? Welcher Deponie-Standort bietet sich an?

Alex Römer von HIAG  erklärt: «Es ist wichtig, dass das Material an seinem Zwischenlager-Standort mit Plastik abgedeckt wird, sodass auch stärkere Regenfälle die Schadstoffe nicht in angrenzende Regionen verfrachten können. Zum Glück haben wir dafür genügend Platz. Und die Zeit drängt auch nicht.»

Die Ecosens AG ist schon längst in den ganzen Prozess einbezogen. Sie hat sämtliche früheren Untersuchungsberichte gesichtet und daraus ein Sanierungskonzept entwickelt. Dieses hat der Kanton geprüft und danach grünes Licht für eine erste Sanierungsetappe gegeben. Gemäss Römer nehmen diese Arbeiten etwa drei bis vier Monate in Anspruch. 

Der Baggerführer im Einsatz
Der Baggerführer im Einsatz

Das ist hinlänglich bekannt: Das Areal der früheren Reichhold Chemie AG ist belastet. Jahrzehnte nach der Stilllegung des Werks ist es nicht mehr möglich, die genauen Ursachen zu eruieren. Ältere Bewohner unserer Region erinnern sich aber gewiss an die Zeiten, als der Süssbach manchmal rot verfärbt und stinkend daher kam. «Stinkbach» nannte man ihn lakonisch, und ein findiger Brugger Fasnächtler bot «Süssbachgestank» zum Kauf an.

Diese Zeiten sind längst Geschichte. Die HIAG hat als Rechtsnachfolgerin der Chemiefabrik schon vor drei Jahren damit begonnen, mit zahlreichen gezielten Bohrungen den Belastungsgrad auf dem ganzen Reichhold-Areal zu untersuchen. Noch im Dezember 2015 öffnete die damit betraute Baufirma einige «Baggerschlitze», um so die Bohrergebnisse zu bestätigen und zu verfeinern.

 

Ecosens

Jetzt hat der Aushub angefangen. An den drei heikelsten Stellen trägt man den Untergrund mit grösster Sorgfalt ab, Schicht für Schicht.

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